Chronik

Der „Männerchor Cäcilia 1890 Berlin e.V.“ wurde 1890 als „Katholischer Männergesangverein Cäcilia“ gegründet.

Einer der ersten Chorleiter war Franz Büning, Organist von St. Bonifatius in Kreuzberg, der den Chor von 1893 an fast fünfzig Jahre lang leitete. Unter seiner Führung hat sich der Chor nicht nur auf das geistliche Liedgut beschränkt. Denn sehr bald trat der Chor dem Berliner Sängerbund bei, gab Konzerte und wirkte bei Veranstaltungen des Berliner Sängerbundes mit.

Durch die zielbewusste Arbeit des Chorleiters entstand ein leistungsstarker Laienchor, der bereits 1898 bei einem Sängerwettstreit einen Siegespreis errang, dem in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weitere Preise und Auszeichnungen folgten.

In der nunmehr fast 120jährigen Geschichte hat der Chor zwei Weltkriege mit all ihren Beeinträchtigungen und Auswirkungen überdauert. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Chor in St. Mauritius in Lichtenberg wieder zu regelmäßigen Proben versammelt. Der Standort des Chores verlagerte sich so in den östlichen Teil Berlins und war in der Zeit vom 13. August 1961 bis zum Fall der Berliner Mauer vor zwanzig Jahren in seinem Wirken auf den Ostteil der Stadt beschränkt.

Der Verein hat auch in dieser Zeit trotz unüberwindbarer ideologischer Gegensätze seine Tradition und sein Selbstverständnis nicht aufgegeben. Bei der Teilnahme an Wertungssingen wurden die Leistungen des Chores von der „Mittelstufe: gut“ bis zur „Oberstufe: sehr gut“ bewertet. Zu dieser Entwicklung hat neben seinen Vorgängern maßgeblich unser Chorleiter Hugo Meinig beigetragen, der den Chor von 1976 bis 2007 leitete und für seine mehr als 40jährige Chorleitertätigkeit vom Deutschen Sängerbund ausgezeichnet wurde. Der Männerchor Cäcila ernannte ihn zum Ehrendirigenten.

Nach der Wiedervereinigung hat die Zeit des Umbruchs für viele Mitglieder des Chores zunächst einschneidende Veränderungen, nicht zuletzt im beruflichen Bereich mit sich gebracht. Heute versteht sich der Verein als ein traditionsreicher Berliner Männerchor, der sich konfessionell nicht gebunden fühlt, aber an der christlichen Grundausrichtung festhält. Neben dem deutschen Liedgut, wozu Volkslieder sowie Werke der Romantik und Klassik gehören, pflegt er auch internationale Folklore und geistliche Chormusik.


Zu den öffentlichen Auftritten des Chores in den vergangenen zwanzig Jahren gehörten Konzertbeiträge bei der Verleihung der Zelter-Plakette 1990 in Bad Brückenau, bei Eröffnungskonzerten des Berliner Sängerbundes (1993 im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und 1994 im Fontanehaus in Reinickendorf) sowie die Teilnahme an Veranstaltungen des Berliner Sängerbundes, wie beispielsweise unter dem Motto „Singende, klingende Stadt“ und „Fête de la musique".

Alljährlich geben wir in der Vorweihnachtszeit ein Adventskonzert in St. Mauritius. In anderen Berliner Pfarreien werden viele Gottesdienste von uns musikalisch gestaltet, so auch in der St.-Hedwigs-Kathedrale und im Berliner Dom. Ein sehr erfolgreiches Konzert fand am 20. Juni 2008 in St. Marien am Behnitz in Spandau statt. Auf Einladung der Berliner Liedertafel und in Gemeinschaft mit anderen Berliner Männerchören sangen wir am 10. Oktober 2008 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bei einem weithin beachteten Benefizkonzert für die Sanierung der Turmruine und am 27. Juni 2009 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Berliner Liedertafel.

Zu den Höhepunkten unseres Chorlebens gehört neben den Konzerten und Chorreisen auch unser alljährliches Stiftungsfest mit ca. 400 Gästen.